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Die letzte Zeile – und was jetzt kommt

Die letzte Zeile – und was jetzt kommt

Vergangenen Freitag habe ich die letzte Zeile meines neuen Romans Der Ruf der Magdalenerin geschrieben. Nach vielen Monaten des Schreibens, Recherchierens und Reisens mit meinen Figuren ist damit ein wichtiger Meilenstein erreicht. Solrun, Hal, Ragnar, Leif und viele andere haben mich durch Norwegen, Irland, die Orkneys, über Lewis und Skye bis in die Bretagne begleitet. Es war eine lange Reise – und doch ist die Arbeit noch nicht beendet.

Nun beginnt die Phase des Überarbeitens. Ich lese das gesamte Manuskript noch einmal von Anfang bis Ende, prüfe historische Zusammenhänge, Zeitlinien, Ortsangaben und Figurenentwicklungen. Danach folgen Korrekturen, Personen- und Ortslisten, das Kräuterglossar, die Kapitelübersicht und vieles mehr. Als Autorin bin ich jetzt nicht nur Geschichtenerzählerin, sondern auch Handwerkerin. Ein Buch entsteht nicht nur durch Inspiration, sondern auch durch sorgfältige Feinarbeit.

Worum geht es in diesem Roman? Der Ruf der Magdalenerin erzählt die Geschichte einer jungen Frau, die als Layla in Ägypten geboren wird und später unter dem Namen Solrun ihren Weg durch die Welt der Wikinger, Heilerinnen, Druiden und alten spirituellen Traditionen findet. Es ist eine Reise über Meere und Inseln, durch historische Landschaften und innere Wandlungen. Eine Geschichte über Herkunft, Heilung, Freundschaft, Liebe und die Frage, wie Menschen unterschiedlicher Kulturen und Glaubensrichtungen Brücken zueinander bauen können.

Während ich nun die letzten Schritte auf dem Weg zur Veröffentlichung gehe, beschäftigen mich auch andere Fragen. Eine Teilnehmerin fragte mich vor kurzem, wie man in Zeiten wie diesen überhaupt noch in seiner Mitte bleiben könne. Eine gute Frage. Denn viele Menschen erleben die aktuelle Zeit als herausfordernd. Nachrichten, politische Spannungen, Unsicherheit und Veränderungen fordern uns täglich heraus.

In diesem Zusammenhang denke ich oft über den Begriff der Herzkohärenz nach. Gemeint ist damit ein Zustand innerer Übereinstimmung, in dem Herz, Verstand und Handlungen nicht gegeneinander arbeiten, sondern miteinander. Es geht darum, einen Moment zwischen Reaktion und Handlung zu finden und aus diesem Raum heraus bewusst zu entscheiden, wie wir der Welt begegnen möchten.

Gleichzeitig habe ich in den vergangenen Tagen mit Sorge Berichte über den Zustand unserer Meere gelesen. Auch die Diskussionen über den Golfstrom haben mich nachdenklich gemacht. Immer wieder denke ich dabei an den Wal, der in den letzten Wochen viele Menschen bewegt hat. Für mich geht es dabei weniger um Schlagzeilen oder Sensationen. Ich glaube vielmehr, dass die Wale uns auf ihre stille Weise an etwas Wesentliches erinnern: an die Bedeutung der Meere. Ruhig und beständig ziehen sie seit Jahrmillionen durch die Ozeane. Sie verbinden Lebensräume, Kontinente und Kreisläufe, von denen letztlich auch wir Menschen abhängen.

Sie wollen uns nicht erschrecken. Vielleicht erinnern sie uns einfach daran, wieder hinzuschauen. Mit offenem Herzen. Mit Respekt. Mit dem Bewusstsein, dass wir Teil eines größeren Ganzen sind.

Und vielleicht führt genau dort die Brücke zurück zu meinem aktuellen Wake-up-Call zur Sommersonnenwende: Jenseits der Dualität – im Herzen bleiben in bewegten Zeiten.

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Denn die entscheidende Frage lautet für mich nicht, wer recht hat oder wer schuld ist. Die entscheidende Frage lautet: Von welchem Ort in mir heraus begegne ich der Welt? Aus Angst oder aus Vertrauen? Aus Trennung oder aus Verbundenheit? Von welchem Ort aus verströme ich meine Energie?

Während ich also mit pinkfarbenem Korrekturstiften, Listen und Manuskriptseiten beschäftigt bin, begleiten mich genau diese Fragen. Vielleicht sind sie derzeit wichtiger als schnelle Antworten. Und vielleicht beginnt der Weg in eine neue Zeit genau dort – in der bewussten Entscheidung, immer wieder ins eigene Herz zurückzukehren.

Nachdenklich von Herz zu Herz

Trixa

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