
Bericht von Maisie – angekommen im neuen Zuhause
Bericht von Maisie – angekommen im neuen Zuhause
Hallo, ich bin Maisie.
Gestern war es endlich so weit: Nach langer Zeit im Tierheim wurde ich plötzlich in einen Korb gepackt und in ein Auto gesetzt. Die Frau, die da neben mir saß, kam mir sehr bekannt vor. Ich habe von ihr geträumt – und ich glaube, ich habe sie auch mal gerochen, als sie mich im Tierheim besucht hat. Die Autofahrt dauerte ungefähr eine halbe Stunde, das war eigentlich ganz angenehm. Nur gegen Ende wurde ich ungeduldig. Ich wollte raus. Jetzt!
Dann ging alles ganz schnell: Ich wurde in ein Haus gebracht. Viele verschiedene Zimmer, viele neue Gerüche. Das erste, was mir gezeigt wurde, war ein wirklich schönes Katzenklo – sehr aufmerksam. Ich erkundete zunächst das Badezimmer, dann ging ich rüber in ein anderes Zimmer, das wohl das Schlafzimmer war. Dort entdeckte ich sofort ein wunderbares Versteck unter einem Korbstuhl. Das Bett habe ich auch inspiziert, und natürlich musste ich hinter der Kommode nachsehen, was sich da verbirgt. Die Frau ließ mich einfach machen – das fand ich angenehm.
Im nächsten Raum war offensichtlich ein Büro. Sehr ordentlich. Ich habe mich dann langsam weiter vorgewagt und stand plötzlich in einem großen Wohnzimmer mit riesigen Fenstern. Klar – ich bin sofort auf den Tisch gesprungen, um den Vögeln zuzusehen. An der Terrassentür gibt es sogar einen Platz, wo ich sitze und nach draußen schauen kann. Alles so spannend!
Dann gab es Futter. Das Frischfutter hat mir nicht gefallen, aber das Trockenfutter war okay. Und es gib einen Wasserbrunnen – edel. Später stellte sie mir noch zwei weitere Wasserschüsseln hin. Sie scheint sich wirklich Sorgen zu machen, dass ich genug trinke. Nachdem ich das Frischfutter nicht mochte, bekam ich tatsächlich noch ein anderes zur Auswahl, aber das hat mir auch nicht geschmeckt, obwohl sie es mir schmackhaft machen wollte das sei 98 % Fleisch…. Ich mag es nicht. Dann legte sie sich aufs Sofa und spielte mit mir. Das war richtig toll. Ich bin gleich hochgesprungen, habe mich zwischen ihre Beine gelegt und ein bisschen mit ihren Füßen und Händen gekämpft. Sie fühlt sich gut an. Und sie scheint sehr lieb zu sein.
Später entdeckte ich etwas unter dem Couchtisch. Wenn man da mit der Pfote seitlich rumstochert, kommt man an eine Tüte ran – die roch gut! Ich zog sie raus, riss sie auf und – Jackpot! Leckerlis! Leider fand sie das nicht so lustig und hat mir die Tüte weggenommen. Aber immerhin gab’s zwei Leckerlis aufs Sofa – die habe ich natürlich sofort verputzt.
Ich habe mich dann ein wenig ausgeruht, wieder aus dem Fenster geschaut und später den großen Sessel mit der kuscheligen Felldecke erobert. Perfekter Ausblick!
Als es Abend wurde, war ich müde. Ich legte mich zu ihren Füßen aufs Sofa. Immer wenn sie aufstand, bin ich mitgegangen – man weiß ja nie, ob sie vielleicht wieder verschwindet. Selbstverständlich habe ich sie aufs Klo begleitet. Sicher ist sicher.
Irgendwann sagte sie zu mir: „Komm mit, Maisie, wir gehen jetzt ins Bett.“ Aha! Also ging es wieder ins Schlafzimmer. Da war ja mein tolles Versteck unter dem Korbstuhl. Sie lud mich ein, mit ins Bett zu kommen – was ich natürlich gemacht habe. Wir haben noch ein bisschen gespielt, sie hat noch Fernsehen geschaut, und ich habe mich ans Fußende gelegt und geschlafen.
Nachts um zwei wachte sie auf und ging aufs Klo. Ich natürlich mit. Danach erkundete ich weiter das Schlafzimmer und entdeckte ein Fensterbrett. Da standen zwar ein paar Sachen und der Vorhang war davor – aber das hat mich nicht gestört. Man kann da wunderbar hinausschauen. Mehrmals in der Nacht bin ich hoch und habe geguckt, was draußen los ist. Einmal bin ich von dort auf direkt auf ihren Bauch gesprungen – ich glaube, das fand sie nicht so super. Und der Vorhang flatterte ganz schön. Aber hey – ich hatte meinen Spaß.
Am Morgen dauerte es etwas, bis ich sie zum Aufstehen überreden konnte. Aber immerhin – irgendwann hat sie’s geschnallt. In der Küche roch es dann nach Futter, und wieder gab es zwei Sorten Frischfleisch. Eine Mischung, die das Tierheim empfohlen hatte, und eine andere namens „Purina One“ – die war klasse! Die habe ich auch gegessen. Die andere … na ja.
Dann ging sie ins Büro – da war ich ja gestern schon mal. Diesmal bin ich ins Regal gehüpft, habe einen Ordner runtergezogen und dabei ein Bild verschoben. Ich glaube, das war nicht ganz so gut. Dann wollte ich zu ihr auf den Schreibtisch – aber das durfte ich nicht. Sie hat mich ganz liebevoll runtergenommen und auf den Boden gesetzt. Ich habe es nochmal versucht – aber nein, da bleibt sie hart. Schade eigentlich.
Jetzt sitzt sie imernoch im Büro und arbeitet. Ich schaue nach ihr, streiche zwischendurch um ihre Füße und hole mir meine Streicheleinheiten ab. Sie hat mir ein schönes, flauschiges Bett hingelegt – aber das mag ich nicht. Ich bleibe lieber so in der Nähe und beobachte sie. Jetzt springe ich von hinten auf ihren Bürossessel, das kann ich ihr Fell riechen und kurz mit ihr schmusen. Das ist fein.
Ich glaube, ich habe hier ein ganz tolles Zuhause gefunden. Und ich weiß, dass Mama schon das Internet durchwühlt, um stabile Gitter fürs Schlafzimmerfenster und die Terrassentür zu finden, damit ich im Sommer sicher bin. Sie macht sich ein bisschen Sorgen, aber ich bin mir sicher – sie findet was. Und ehrlich gesagt: Ich will ja gar nicht weg. Hier ist es einfach schön.
Also – Bericht an alle meine Lieben:
Mir geht’s richtig gut. Ich bin angekommen.
Eure
Maisie




