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Impulse für mehr Klarheit und Achtsamkeit im Alltag

Blog

In meinem Blog findest du Gedanken, Inspirationen und kleine Alltagsgeschichten, die dir helfen, bewusster zu leben. Jeder Beitrag ist ein Funke, der dich einlädt, innezuhalten, neue Perspektiven zu entdecken und achtsam mit dir selbst und deiner Umwelt umzugehen.
| Trixa

Am 9. Juni habe ich euch erzählt, dass die letzte Zeile meines neuen Romans Der Ruf der Magdalenerin geschrieben ist und dass nun die große Korrekturrunde beginnt.

Inzwischen ist wieder viel geschehen.

Die Korrektur ist abgeschlossen, und auch die Anhänge sind nun fertiggestellt. Das klingt nüchtern, war aber noch einmal eine eigene Reise: Personen mussten sortiert, Orte überprüft, Begriffe erklärt, Linien geordnet und die besonderen Kraftplätze des Romans zusammengeführt werden.

Dabei wurde mir noch einmal bewusst, wie weit dieser Roman seine Kreise zieht. Er beginnt in Ägypten, führt über Portugal, die Bretagne, Irland, Dorestad und Norwegen bis nach Orkney, Lewis, Skye und schließlich wieder zurück in die Bretagne. Überall begegnen Solrun Spuren alter Weisheit, heilende Orte, Zeichen, Menschen und Erinnerungen, die sie tiefer in ihren eigenen Weg führen.

Besonders schön war für mich, noch einmal die Anhänge zu gestalten. Dort finden sich unter anderem die wichtigsten Personen, Begriffserklärungen, Heilkräuter und Kraftplätze, damit ihr euch später beim Lesen leichter orientieren könnt.

Jetzt geht das Manuskript weiter in Richtung Satz und Gestaltung. Das ist ein stiller, aber sehr wichtiger Schritt auf dem Weg zum fertigen Buch.

Ich freue mich sehr, dass Der Ruf der Magdalenerin nun wieder ein Stück näher daran ist, seinen Weg zu euch zu finden.

Mit herzlichen Grüßen

Trixa

| trixa

Die letzte Zeile – und was jetzt kommt

Vergangenen Freitag habe ich die letzte Zeile meines neuen Romans Der Ruf der Magdalenerin geschrieben. Nach vielen Monaten des Schreibens, Recherchierens und Reisens mit meinen Figuren ist damit ein wichtiger Meilenstein erreicht. Solrun, Hal, Ragnar, Leif und viele andere haben mich durch Norwegen, Irland, die Orkneys, über Lewis und Skye bis in die Bretagne begleitet. Es war eine lange Reise – und doch ist die Arbeit noch nicht beendet.

Nun beginnt die Phase des Überarbeitens. Ich lese das gesamte Manuskript noch einmal von Anfang bis Ende, prüfe historische Zusammenhänge, Zeitlinien, Ortsangaben und Figurenentwicklungen. Danach folgen Korrekturen, Personen- und Ortslisten, das Kräuterglossar, die Kapitelübersicht und vieles mehr. Als Autorin bin ich jetzt nicht nur Geschichtenerzählerin, sondern auch Handwerkerin. Ein Buch entsteht nicht nur durch Inspiration, sondern auch durch sorgfältige Feinarbeit.

Worum geht es in diesem Roman? Der Ruf der Magdalenerin erzählt die Geschichte einer jungen Frau, die als Layla in Ägypten geboren wird und später unter dem Namen Solrun ihren Weg durch die Welt der Wikinger, Heilerinnen, Druiden und alten spirituellen Traditionen findet. Es ist eine Reise über Meere und Inseln, durch historische Landschaften und innere Wandlungen. Eine Geschichte über Herkunft, Heilung, Freundschaft, Liebe und die Frage, wie Menschen unterschiedlicher Kulturen und Glaubensrichtungen Brücken zueinander bauen können.

Während ich nun die letzten Schritte auf dem Weg zur Veröffentlichung gehe, beschäftigen mich auch andere Fragen. Eine Teilnehmerin fragte mich vor kurzem, wie man in Zeiten wie diesen überhaupt noch in seiner Mitte bleiben könne. Eine gute Frage. Denn viele Menschen erleben die aktuelle Zeit als herausfordernd. Nachrichten, politische Spannungen, Unsicherheit und Veränderungen fordern uns täglich heraus.

In diesem Zusammenhang denke ich oft über den Begriff der Herzkohärenz nach. Gemeint ist damit ein Zustand innerer Übereinstimmung, in dem Herz, Verstand und Handlungen nicht gegeneinander arbeiten, sondern miteinander. Es geht darum, einen Moment zwischen Reaktion und Handlung zu finden und aus diesem Raum heraus bewusst zu entscheiden, wie wir der Welt begegnen möchten.

Gleichzeitig habe ich in den vergangenen Tagen mit Sorge Berichte über den Zustand unserer Meere gelesen. Auch die Diskussionen über den Golfstrom haben mich nachdenklich gemacht. Immer wieder denke ich dabei an den Wal, der in den letzten Wochen viele Menschen bewegt hat. Für mich geht es dabei weniger um Schlagzeilen oder Sensationen. Ich glaube vielmehr, dass die Wale uns auf ihre stille Weise an etwas Wesentliches erinnern: an die Bedeutung der Meere. Ruhig und beständig ziehen sie seit Jahrmillionen durch die Ozeane. Sie verbinden Lebensräume, Kontinente und Kreisläufe, von denen letztlich auch wir Menschen abhängen.

Sie wollen uns nicht erschrecken. Vielleicht erinnern sie uns einfach daran, wieder hinzuschauen. Mit offenem Herzen. Mit Respekt. Mit dem Bewusstsein, dass wir Teil eines größeren Ganzen sind.

Und vielleicht führt genau dort die Brücke zurück zu meinem aktuellen Wake-up-Call zur Sommersonnenwende: Jenseits der Dualität – im Herzen bleiben in bewegten Zeiten.

https://www.bewusstessein.net/aktuelles/aktuelle-newsletter.html

Denn die entscheidende Frage lautet für mich nicht, wer recht hat oder wer schuld ist. Die entscheidende Frage lautet: Von welchem Ort in mir heraus begegne ich der Welt? Aus Angst oder aus Vertrauen? Aus Trennung oder aus Verbundenheit? Von welchem Ort aus verströme ich meine Energie?

Während ich also mit pinkfarbenem Korrekturstiften, Listen und Manuskriptseiten beschäftigt bin, begleiten mich genau diese Fragen. Vielleicht sind sie derzeit wichtiger als schnelle Antworten. Und vielleicht beginnt der Weg in eine neue Zeit genau dort – in der bewussten Entscheidung, immer wieder ins eigene Herz zurückzukehren.

Nachdenklich von Herz zu Herz

Trixa

| trixa

Nach vielen Tagen im Norden sind wir nun wieder zuhause angekommen – müde von langen Straßen, Fähren und tausenden Kilometern, aber gleichzeitig tief erfüllt von einer Reise, die noch lange in mir nachklingen wird.

Alba – das alte Schottland – gehört seit vielen Jahren zu meinen spirituellen Heimaten. Immer wieder ruft mich dieses Land mit seinen gewaltigen Landschaften, dem Licht über dem Meer, den alten Steinen und jener besonderen Mischung aus Wildheit und Stille, die man kaum beschreiben kann. Diesmal führte uns die Reise über Skye, Lewis und schließlich bis nach Orkney.

Und doch war manches anders als früher.

Meine geliebte Isle of Skye hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Als ich vor etwa zehn Jahren dort war, lag über vielen Orten noch eine tiefe Ruhe. Besonders am Quiraing konnte man damals die Weite, den Wind und die Kraft des Landes beinahe ungestört erleben.

Dieses Mal war die gesamte Zufahrt voller parkender Autos. Auch oben am Quiraing selbst herrschte ein ständiges Kommen und Gehen. Man sagte uns, dass dies unter anderem mit den Dreharbeiten zum neuen Highlander-Film zusammenhängt. Für den Tourismus mag das ein Gewinn sein – für die Seele dieses Ortes fühlt es sich eher traurig an.

So haben wir unsere Heilarbeit schließlich unten am Meer gemacht, begleitet vom Wind und den Wellen statt von Menschenmengen. Vielleicht war genau das richtig. Die Natur findet oft ihren eigenen Weg.

Ein ganz besonderes Erlebnis war unser Besuch bei einem Weber auf Lewis – ein Mann aus einer Weberfamilie in vierter Generation. Mit großer Ruhe und spürbarer Liebe zu seinem Handwerk erklärte er uns die Entstehung des Harris Tweeds: vom Färben der Wolle bis zum rhythmischen Klang der alten Webstühle. Es war faszinierend zu erleben, wie viel Geschichte, Landschaft und menschliche Hingabe in diesen Stoffen verwoben sind.

Weiter ging es nach Orkney, wo wir das große Glück hatten, zwei wundervolle Cottages beziehen zu können. Dort fanden wir vieles von dem wieder, was auf Skye inzwischen schwerer geworden ist: Ruhe. Weite. Frieden.

Orkney hat eine ganz eigene Kraft. Die Landschaft wirkt uralt und gleichzeitig offen wie der Himmel selbst. Orte wie Skara Brae, der Ring of Brodgar oder der Brough of Birsay, die gewaltigen Küsten mit ihrer anbrandenden See berühren etwas sehr Tiefes in mir. Dort spürt man noch, dass die Menschen seit Jahrtausenden mit Wind, Stein, Meer und Sternenhimmel gelebt haben.

Für mich war diese Reise nicht nur Urlaub.

Während der vergangenen Monate habe ich intensiv an meinem neuen Roman „Der Ruf der Magdalenerin“ gearbeitet. Die Geschichte führt ebenfalls durch genau diese Landschaften: Skye, Lewis, Orkney, die alten Kraftplätze, die Steinkreise und die spirituellen Übergänge zwischen den Welten. Es war deshalb etwas sehr Besonderes, viele dieser Orte erneut mit eigenen Augen zu sehen und ihre Atmosphäre noch einmal tief in mich aufzunehmen.

Inzwischen sind etwa zwei Drittel des Buches geschrieben. Das letzte Drittel wartet noch auf mich – und vermutlich auch auf weitere stille Stunden, innere Bilder und jene besonderen Momente, die man nicht erzwingen kann.

Und ich empfinde einen tiefen Dank gegenüber meiner wunderbaren Reisegruppe – Beatrice, Micha, Andreas und Guido. Für gemeinsames Staunen, Geduld, Humor, Gespräche, Navigationen, Fähren, Einkaufstopps und all die kleinen Augenblicke unterwegs, die eine Reise erst lebendig machen.

Ebenso dankbar bin ich meiner treuen Quendolin, die fast zweitausend Kilometer tapfer durchgehalten und sogar die Fähren anstandslos überlebt hat. Nicht selbstverständlich bei nordischen Straßen, Linksverkehr, Wind und langen Tagesetappen.

Nun bin ich wieder zuhause. Mit vielen Erinnerungen. Mit Dankbarkeit. Mit einer tiefen Sehnsucht nach dem Norden.

Und mit dem Gefühl, dass Alba immer einen Platz in meinem Herzen haben wird.

🌿

| Trixa

Eigentlich wäre jetzt wieder Zeit für einen Hilarion-Wake-up-Call gewesen. Doch das Leben folgt nicht immer unseren Plänen. Durch eine schwere Erkrankung in meiner Familie fehlt mir im Moment die innere Ruhe und Kraft, um eine solche Session verantwortungsvoll zu halten.

Stattdessen möchte ich heute ein paar Gedanken mit euch teilen.

Viele Menschen spüren gerade, dass unsere Zeit von starken Spannungen geprägt ist. Nachrichten, politische Konflikte, wirtschaftliche Unsicherheiten und globale Krisen erzeugen eine Atmosphäre, in der Angst, Wut und Sorge leicht die Oberhand gewinnen können. Regierungen treffen Entscheidungen, Medien berichten im Sekundentakt über neue Entwicklungen, und die Informationsflut wirkt manchmal wie ein permanenter Strom, der unsere Aufmerksamkeit festhält.

Der Medientheoretiker Marshall McLuhan schrieb bereits in den 1960er Jahren, dass die eigentlichen Schlachtfelder der modernen Welt nicht nur geografische Orte sind, sondern die Wahrnehmung und Aufmerksamkeit der Menschen. Auch der Tiefenpsychologe Carl Gustav Jung wies darauf hin, dass große gesellschaftliche Konflikte immer auch mit den inneren Konflikten der Menschen verbunden sind.

Das bedeutet nicht, dass irgendwo geheime Mächte alles lenken. Wir sind die Schöpferinnen und Schöpfer unserer Welt. Doch es erinnert uns daran, wie wichtig es ist, unser Bewusstsein wach zu halten und uns nicht ausschließlich von Angst oder Empörung bestimmen zu lassen.

Denn die eigentliche Frage lautet:
Wo bleibt in all dem unsere innere Mitte?

Viele spirituelle Traditionen geben darauf eine ähnliche Antwort.

Im Christentum spricht man davon, den „Frieden Gottes im Herzen“ zu bewahren. Jeshua sagt im Johannesevangelium: „Der Friede sei mit euch.“ Dieser Friede ist kein politischer Zustand, sondern eine innere Haltung – eine Rückverbindung zum göttlichen Ursprung.

Auch der Buddhismus beschreibt einen ähnlichen Weg. Dort geht es darum, die eigenen Gedanken und Emotionen wahrzunehmen, ohne von ihnen beherrscht zu werden. Achtsamkeit bedeutet nicht, die Welt zu ignorieren, sondern ihr mit Klarheit und Mitgefühl zu begegnen.

Vielleicht liegt genau darin eine wichtige Aufgabe unserer Zeit: uns wieder daran zu erinnern, wer wir im Kern sind.

Nicht nur Wesen, die auf äußere Ereignisse reagieren müssen – sondern Menschen, die einen göttlichen Funken in sich tragen. Aus dieser Verbindung entstehen Kraft, Klarheit und Mitgefühl.

In den vergangenen Jahren haben viele von uns viel gelernt. Wir haben gelernt, unsere Resonanzen wahrzunehmen und zu klären. Wir haben gelernt, dass es in uns einen inneren Raum gibt – die goldene Kugel in der Mitte unseres Herzens –, in der Ruhe, Frieden und Gelassenheit immer vorhanden sind.

Durch die Lehren, die uns in dieser Zeit begleitet haben – auch durch Hilarion – wurden wir immer wieder daran erinnert, dass wir mehr sind als Beobachter dieser Welt.

Wir sind göttliche Funken in Aktion.

Und vielleicht ist jetzt tatsächlich die Zeit gekommen, diesen Funken bewusst zu leben.

In Aktion zu gehen bedeutet nicht zwangsläufig, auf die Straße zu gehen – auch wenn das für manche Menschen ein richtiger Weg sein kann. Für mich bedeutet es vor allem etwas anderes:

in meine Mitte zu gehen,
meine Resonanzen zu klären,
Frieden und Mitgefühl auszustrahlen
und mich nicht einfangen zu lassen von den Netzen der Angst und den Gedankenströmen, die uns ständig beschäftigen.

Gerade in Zeiten großer Unruhe ist es eine kraftvolle Handlung, innerlich ruhig zu bleiben, für den Frieden zu beten oder zu meditieren und der Welt – so wie sie gerade ist – möglichst bewusst und klar zu begegnen, auch wenn das manchmal schwerfällt.

Denn während wir hier versuchen, Orientierung zu finden, gibt es gleichzeitig Menschen, die mitten im Krieg stehen. Menschen, die ihre Heimat verlieren, fliehen müssen oder verletzt wurden.

Für sie sollten unsere Herzen offen bleiben.

Mitgefühl bedeutet nicht, sich von der Angst überwältigen zu lassen. Es bedeutet, das Leid der Welt wahrzunehmen, ohne selbst zu versteinern.

Gerade deshalb ist es wichtig, immer wieder zu dem Ort in uns zurückzukehren, an dem Frieden möglich ist.

Die Natur kann uns dabei eine große Hilfe sein. Ein Spaziergang im Wind, der Blick zum Himmel oder das stille Atmen eines Waldes erinnern uns daran, dass das Leben größer ist als unsere täglichen Sorgen und Nachrichten.

Auch astrologisch befinden wir uns gerade an einem Übergangspunkt. Mit der jüngsten Mondfinsternis hat eine intensive Phase ihren Höhepunkt erreicht – Zeiten, in denen verborgene Themen sichtbar werden und innere Klärungsprozesse angestoßen werden. Die Wochen danach gelten als Phase der Integration: Erkenntnisse dürfen sich setzen, und neue Orientierung kann entstehen.

Vielleicht ist jetzt genau die Zeit,

unsere Resonanzen bewusst wahrzunehmen,
unsere Ängste zu erkennen und zu lösen
und die Verbindung zu unserem inneren Kern zu stärken.

Manchmal beginnt Veränderung nicht mit großen politischen Entscheidungen oder dramatischen Ereignissen.

Manchmal beginnt sie in einem stillen Moment, in dem ein Mensch sich daran erinnert, wer er wirklich ist.

Ich wünsche euch in diesen bewegten Zeiten Klarheit, Mut, Mitgefühl und Vertrauen.

Und vielleicht auch den einen oder anderen Moment, in dem wir spüren, dass wir viele sind, die jeden Tag ihr Bestes geben.

Vielleicht erinnert uns in diesen Zeiten auch ein alter Satz der Friedensbewegung der 1980er Jahre: „Frieden schaffen ohne Waffen.“ Er knüpft an eine noch viel ältere Vision an, in der Schwerter zu Pflugscharen geschmiedet werden – ein Bild dafür, dass der Mensch die Fähigkeit besitzt, Zerstörung in schöpferische Kraft zu verwandeln.

Frieden beginnt nicht nur in der Politik.

Er beginnt immer auch im Inneren des Menschen.

Alles Liebe
Trixa

| trixa

(oder: Warum ich gerade lieber Absätze formatiere als Gefühle schreibe)
Wir sind angekommen im Jahr des Feuerpferdes. (um genau zu sein, erst am 17.02.)
Eine Energie, die nicht still sitzt. Die vorwärts will. Die brennt, galoppiert, aufbricht.

Und ja — ich bin selbst ein Pferd, ein Holz Pferd.
Wer dieses Zeichen kennt, weiß: Pferde tragen ein inneres Lodern. Sie sind freiheitsliebend, leidenschaftlich, eigenwillig, mutig. Manchmal auch ein kleines bisschen… Ungeduldig. Und nicht unbedingt dafür gemacht, sich brav in vorgegebene Formen zu fügen.

Vielleicht ist es also kein Wunder, dass ich mich gerade ausgerechnet mit einer der unerquicklichsten Disziplinen des Schriftstellerinnenlebens beschäftige:

Buchformatierung.

Ränder, Silbentrennung, Blocksatz, Times New Roman, Zeilen, die sich plötzlich auseinanderziehen wie ein schlecht gelaunter Akkordeonspieler…
Man könnte meinen, das sei ein eigener Initiationsweg.

Und während ich mich durch diese technischen Wehen arbeite, merke ich:
Ich tue da noch etwas anderes.

Ich drücke mich!!!

Denn in meinem neuen Roman (der Ruf der Magdalenerin ) wartet ein entscheidender Moment. Ein Kapitel, das nicht mit Absatzformaten zu lösen ist.

Mein männlicher Protagonist — Hal — ist hoffnungslos verliebt – nur leider besitzt er weder die Worte noch den Mut, es ihr einfach zu gestehen.
Ich merke, dass ich mich drücke vor einem Kapitel, das mich selbst herausfordert. Denn Hal steht an der Schwelle zur Liebe – und ich stehe an der Schwelle, sie glaubwürdig zu erzählen.
Und Solrun?

Solrun nimmt wahr, dass er sie sieht. Dass er sie achtet. Dass etwas in seinem Blick wärmer geworden ist.
Aber sie selbst hat gerade ganz andere Dinge im Herzen: Berufung. Heilung. Clans. Götterlinien. Drachen. Steine. Geschichte.

Liebe?
Nicht auf der Tagesordnung.

Und doch ist es wichtig, dass diese beiden irgendwann zusammenfinden.
Nicht nur für sich. Sondern weil nur so die Aussöhnung zwischen zwei Clans möglich wird. Weil Verbindung manchmal nicht nur privat ist — sondern ein heiliger Faden im Gewebe der Welt.

Vielleicht schreibe ich deshalb so zögerlich daran.
Weil echte Liebe auf dem Papier immer ein bisschen wie Feuer ist: Man kann sie nicht erzwingen. Man muss sie entstehen lassen.

Und heute, am Valentinstag, muss ich darüber lächeln.

Denn dieser Tag geht zurück auf einen frühen christlichen Priester namens Valentin, der Liebespaare trotz Verbot traute — und ihnen, so erzählt es die Legende, kleine Zeichen der Zuneigung schenkte. Blumen, Worte, Segen.

Ein Mann, der daran glaubte, dass Liebe stärker ist als Angst.

Vielleicht ist das die heimliche Botschaft dieses Tages:
Dass wir uns nicht drücken müssen, wenn das Herz anklopft.
Auch nicht als Schriftstellerin.
Auch nicht als Hal, auch nicht als Solrun!

Vielleicht darf ich das Kapitel einfach schreiben wie das Feuerpferd selbst:
es stürmt nicht nur voran – es trägt auch das Feuer, das wärmt. Vielleicht darf dieses Kapitel genau so sein: nicht laut, nicht kitschig, sondern ein stiller Funke, der später einmal Licht werden kann.

Ich atme durch. Ich gehe ins Herz. Und ich lasse die Geschichte kommen.

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